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Geschrieben von Uwe Peters
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Samstag, 16. Juni 2007 |
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Seite 4 von 4 Als ich Dienstag von der Arbeit nach Hause kam, lag ein größeres Paket in der Küche. Es kam aus England und wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, aus Plymouth, jedoch von völlig unbekanntem Absender. Darin war ein Schal, ein grauer englischer Wollmantel mit verdeckter Knopfleiste, ein Seemannspullover und 500 gr. Bohnenkaffee. Ich holte schnell mein Jackett und zog den Mantel drüber. Alles passte wie von einem Schneider nach Maß angefertigt. Gott hatte mein Gebet erhört und meine Not gewendet. Am Sonntag saß ich mit Jackett und Schlips im Chor und sang zur Ehre Gottes. Unser Prediger sah das als Bestätigung für sich: „Siehst du, Gott erhört Gebete!“ Dieses Erlebnis und einige ähnliche mehr haben mich weiterhin über 16 lange Jahre in dieser fundamentalistischen Sekte fest gehalten. Noch heute finde ich gute Gründe, „den englischen Mantel“ als Beweis der Richtigkeit dieses Sektenglaubens darzustellen. Nur habe ich inzwischen bessere Gründe gefunden, alle herkömmlichen Gottesvorstellungen für mich zu erledigen. Ich bin erwachsen geworden. Der Eifer dieses jungen, in der Nazizeit fast völlig zerstörten Weißrussen Wanja Mironenko, seinem nur bescheiden helfendem Glaubensbruder Ernst Schröder und dessen Familie etwas Gutes zu tun, hat mich gerettet. Deshalb muss ich alles tun, damit er und seine Geschichte nicht für immer verloren gehen. Homer hat Achill unsterblich gemacht. Ich will mit diesem Bericht Wanja über einige Generationen im Gedächtnis der Menschen fest machen.
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 21. April 2010 )
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