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Geschrieben von Uwe Peters   
Montag, 10. Mai 2010
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Heinrich Dyck
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In der Familie Winter war er nur der „Ursus“, was lateinisch „Bär“ heißt. Brummelig und introvertiert war er ja und sagen ließ er sich auch nichts, eben ein richtiger Bär.

Alle Kinder gingen freiwillig, gerne und mit Begeisterung zu dem brummigen Bären. Sie fanden bei ihm eine Eigenschaft, die in unserer modernen Welt immer mehr verloren geht, nämlich seine absolute Ehrlichkeit.

Erfahrene Wissenschaftler, die sich mit Kindern beschäftigen, sagen es uns immer wieder, dass Kinder alle Vorfälle des Lebens, so schwer sie auch sein mögen, verarbeiten, nur eine Sache niemals, wenn man sie belügt.
Die Grundlage des Zusammenlebens der Mennoniten in Chortiza war Vertrauen, was nur durch dauernde Ehrlichkeit entstehen kann. Auch wenn er kein Christ wurde, aber Vertrauen blieb seine Lebensgrundlage.

Als sein Peter starb, war das nicht nur der Tod seines Sohnes, sondern sein restliches Vertrauen in diese Welt, welches er sich trotz seiner entsetzlichen Lebenserfahrungen immer bewahrt hatte, zerbrach nun gänzlich.

Er verbitterte und wurde unleidlich. Nur die Kinder hellten ihn auf. Mit den Kindern hat er sich niemals überworfen. Die Kinder unterstützte er und tat alles für sie.

Einen weiteren Todestag seines geliebten Peters wollte er nun nicht mehr überleben. Der 02.04. wurde für ihn ein inneres Ziel. Bis dahin wollte er tot sein.
Er tat das, was die überalterten Menschen bei den Naturvölkern alle tun, wenn sie meinen, dass es Zeit wäre zum Sterben: Sie essen nichts mehr. Und wenn das alleine nicht hilft, dann trinken sie auch nichts mehr.

Angi und ihr Mann Ingolf mussten den Verfall mit ansehen und konnten doch so wenig tun, denn als Kind hatte er schon seinen Dickkopf intensiv eingeübt. Doch dann gelang es ihnen, ihn doch noch ins Krankenhaus zu bringen.

Zwei Tage später, am 27.03.2010 erfüllte sich sein sehnlichster Wunsch und sein Herz hörte für immer auf zu schlagen.



Letzte Aktualisierung ( Montag, 10. Mai 2010 )
 
 
 
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