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Montag, 10. Mai 2010 |
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Seite 3 von 6  Paul Glas ist am 31.12.1925 in Sellstedt zu uns in diese Welt gekommen.
Mit seinen beiden älteren Geschwistern Walter und Katharina wäre eigentlich eine moderne Familie schon mehr als vollzählig gewesen. Aber nach ihm wurden noch die Geschwister Georg, Gretel (Margarethe), Erika, Alfred, Rolf, Adolf, Peter, Angelika, Wilfried und noch ein kleiner Nachkömmling geboren.
Diese große Geschwisterschar ist geschrumpft auf Katharina, die in einem Heim lebt, Erika, Alfred, Adolf, Peter und Angelika, die alle um ihren Bruder trauern.
Rolf ist als Jugendlicher von einem Ketten- Karussell gestürzt und das jüngste Kind ist auf Grund der eigenen Erfahrungen des Verstorbenen im Krieg namenlos geblieben und verhungert und erfrorenen, als er in Gefangenschaft war.
Nach seiner Schulzeit in Sellstedt machte Paul Glas eine Lehre zum Modelltischler auf der Lloyd-Werft.
Kaum hatte er die Lehre beendet, dann musste er zur Wehrmacht. Er wurde beim Heer eingesetzt und kam schon recht früh in russische Gefangenschaft und wurde nach Sibirien transportiert.
Die Vermisstenmeldung an seine Eltern liegt noch in seinen restlichen Unterlagen. Die verzweifelte Mutter ging zur Wahrsagerin und die prophezeite ihr, dass Paul lebt und wieder nach Hause kommt und 84 Jahre alt wird. Das war eine große Hilfe für die Mutter, die dasselbe in sich fühlte.
In Sibirien war er am Verhungern und wurde schon fast tot in ein Massengrab geworfen. Irgendwie kam er wieder zu sich und mit letzter Kraft kroch er aus dem Loch wieder raus. Am 25.11.1949 kam er nach 7 Jahren Gefangenschaft über Friedland wieder nach Hause. Wenige Wochen vorher hatten sich seine Brüder Walter und Georg als Heimkehrer in Friedland auch getroffen.
Das jüngste Geschwisterkind hatte er nie gesehen und nur davon gehört. Er identifizierte sich mit diesem Geschwisterkind und seine Geschichte mischte sich mit der Geschichte seines Geschwisterkindes.
Zurück aus der Gefangenschaft nahm er an Arbeit, was er bekommen konnte. Er arbeitete im Torf, in der Landwirtschaft und im Straßenbau.
In dieser Zeit musste eine Menge Leben nachgeholt werden. Die nach dem Krieg überlebenden strotzten vor Lebenslust.
Sein Bruder Walter hatte in Hipstedt eine Freundin. Natürlich wollte er zum dortigen „Lumpenball“ im Frühjahr 1950. So lernte er dort die junge, wunderschöne und bezaubernde Ursula (Ulla) Million kennen und lieben. Rudi Carell hat bei dem Verstorbenen das volle wellige Haar, die Lebenslust, den Schalk, den Humor und das überzeugende Auftreten als Charmeur damals sehr geschickt abgeguckt. Seine Ulla hat in Hipstedt im Volkstheater mitgespielt und da sollte er einspringen, als der eingeplante „Liebhaber“ nicht kam. Paul Glas kannte keinen Text, aber den Liebhaber spielte er sehr überzeugend.
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 10. Mai 2010 )
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