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Montag, 10. Mai 2010 |
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Seite 4 von 6  Im Oktober 1950 haben sie sich in Hipstedt verlobt. Die Verbindungen zwischen Sellstedt und Hipstedt wurden immer enger, auch dadurch, dass die drei Sellstedter Geschwister Walter, Paul und Erika mit ihren Partnern noch ein viertes fremdes Pärchen eingliederten und nun zwei Orte für ihre fröhlichen Feiern zur Auswahl hatten.
Am 19.04.1952 haben die Liebenden in Oerel ihren Bund für ein langes gemeinsames Leben geschlossen, den dieser Tod nach 58 Jahren nun für immer geschieden hat.
Ihnen wurden die beiden Söhne Günter (1952) und Jürgen (1955) geboren.
Jetzt brauchte er geregeltes und besseres Einkommen, also entschloss er sich, zur See zu fahren. Am 26.07.1954 heuerte er auf der T/S „Arosa Kulm“ mit Heimathafen Panama als Kochsmaat an. Die TS „Arosa Kulm“ gehörte mit den Schiffen TS „Arosa Sun“ und TS „Arosa Star“ und der TS „Seven Seas“ zu den berühmten „Auswandererschiffen“, die im Liniendienst die Auswanderer nach New York brachten.
Am 11. Jan. 1956 musterte er als II. Anrichter für immer aus der Seefahrt ab. Die wirtschaftlichen Verhältnisse hatten sich in Deutschland gebessert und den Rest der Auswanderer übernahmen die neuen großen Flugzeuge. Die Passagierfahrt wurde mit den Schiffen eingestellt.
Der wirtschaftliche Aufschwung entwickelte sich und hochwertige Staubsauger, besonders von Vorwerk, ließen sich gut verkaufen. Wenn er dann die Hausfrauen überzeugt hatte, dass sie unbedingt einen Vorwerk brauchten, dann konnte der Verkauf dennoch manchmal nichts werden, weil im ganzen Haus nirgendwo eine Steckdose zu finden war.
Er suchte sich andere Arbeit und wurde der schönste Straßenbahnschaffner Bremerhavens. Darauf legte er Wert. Weil in der Straßenbahn von dem ganzen Schaffner nur die obere Körperhälfte über dem Zahltisch zu sehen war und die Schuhspitzen, unter der Knieblende, legte er großen Wert auf seine blitzblank geputzten Schuhe. Und die Frauen bemerkten das schon…
Aber das war es auch nicht, was er langfristig arbeiten wollte. Übergangsweise ging er zur Fischmehlfabrik Willems im Fischereihafen. Bei gutem Wind zog das Willems-Parfum über ganz Geestemünde.
Endlich fand er Mitte der 60er Jahre als Schiffszimmerer bei der Rickmers-Werft seinen letzten, endgültigen und ihn befriedigenden Arbeitsplatz. Nach einigen Jahren wurde er der Helgenmeister der Werft und ging 1985 in den wohlverdienten Ruhestand.
Aber das war nicht so sein Ding. Bei der Wach- & Schließgesellschaft konnte er noch um die zehn Jahre stundenweise in der Woche arbeiten. Er musste was zu tun haben.
Die Wach- & Schließ setzte ihn auf verschiedenen Arbeitsplätzen ein. Der Arbeitsplatz beim AWI als Pförtner hat ihm besonders gut gefallen.
In weiser Voraussicht hatten sich die Eheleute schon 1981 einen Garten im Gleisdreieck gepachtet. Der Zimmermann baute ein schönes Gartenhaus und bis ins Jahr 2002 bewirtschafteten die Eheleute ihren Garten. Seine Jungs lästerten über ihn und seinen Garten: Den Rasen schneidet er mit der Nagelschere, die Beete misst er mit dem Zollstock ab und wehe, jemand hat mal daneben getreten oder Papier oder Unkraut verloren. Beim Umgraben helfen durften die Jungs nur nach genauster Anweisung. Er war ein strenger Aufseher.
Aber sein Günter mit seiner Dagmar brachten ihm drei Enkel, den Marcus (37), die Mona (33) und den Florian (24) ins Haus und in den Garten.
Und auch Jürgen und seine Susanne brachten ihre Maren (29) mit in den Garten.
Die waren ja noch so klein und konnten ja die Gartenregeln alle gar nicht wissen. Wenn die über die Beete latschten, nahm er die Harke und alles war ungeschehen gemacht. Seine Jungs guckten sich nur verständnislos an.
Dieses neue System galt dann auch für die Urenkel Dominik (11), Christin (11), Zoe`(1) und Niklas (13), Lea (9), Elias (5) und Hannah (2).
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 10. Mai 2010 )
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