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Seite 4 von 7  Teil 2: Würdigung der Verstorbenen Die einmalige und unwiederholbare Geschichte der Verstorbenen begann am 16.12.1908 in Kransmoor. An diesem längst vergangenen Tag tat dort Meta Gesine Kück ihren ersten Schrei. Meta war ihr Rufname und sie stammte aus einer kinderreichen Familie. Von ihren Brüdern Johann, Wilhelm, Martin, Georg und Hinrich habe ich keinem mehr kennen lernen können. Aber von ihren Schwestern Marie, Anna, Tine, Dele und Ella erinnere ich mich noch gut an Ella. Auch meine ich Marie und Dele noch selbst erlebt zu haben. Alle Geschwister sind vor ihr verstorben. In Lohe wuchs Meta in ärmlichen Verhältnisse mit ihren Geschwistern auf. Die Landwirtschaft war klein und durch den Torfverkauf sicherte sich die Familie das Überleben. Nach ihrer Schulzeit kam sie hierher nach Westerbeverstedt und arbeitete bei Bauer Bullwinkel als Hausgehilfin. Wenn Zahltag war, kamen ihre Eltern um ihren Lohn abzuholen. Das war nichts außergewöhnliches, sondern damals allgemein üblich. Schließlich mussten die Eltern die Familienwirtschaft aufrecht erhalten. Irgendwann stellte sich Bauer Bullwinkel auf Metas Seite. Er zahlte nur noch an Meta den Lohn aus. Das löste sie aus der jugendlichen Betäubung heraus, dass man nur das tun darf, was sie alle tun. Junge Leute finden instinktiv immer zueinander. Hier in Westerbeverstedt lernte sie den jungen stattlichen Kupferschmied Ernst Hülseberg kennen und lieben. Am 25.10.1930 haben die Liebenden in Beverstedt geheiratet. Den Eheleuten wurden die Kinder Lisa (29.09.1931) und Werner (29.10.1934) geboren. Die junge Familie fand Wohnung im Dachgeschoss der Schule hier in Westerbeverstedt bei Lehrer Backhaus. Natürlich hat sie in seinem Haushalt mitgearbeitet und ausgeholfen. Ende der 30er Jahre, kurz vor Kriegsausbruch konnten sich die Eheleute ihren Traum von einem eigenen Haus endlich erfüllen. Im Zuge der Siedlungsbauten bekamen sie am Vosskamp 6 ihr eigenes Haus mit einer landwirtschaftlichen Nebenerwerbsfläche von ca. 3000 qm Land. Um das Glück vollständig zu machen, bekam ihr Ernst das äußerst begehrt „u.k.-Ticket“, das heißt, er war als Kupferschmied „unabkömmlich“ und musste deshalb nicht an die Front. Für kriegswichtige Aufgaben brauchte ihn seine Firma weiterhin als Facharbeiter. Sie stürzte sich mit gewohnten Fleiß und Eifer in eben diese Nebenerwerbslandwirtschaft, für die das Siedlungshaus gedacht war. Sie versorgte eine Kuh, immer auch ein Schwein, an ein Schaf erinnern sich ihre Lieben, Enten, Gänse und Hühner gehörten bis in ihr fortgeschrittenes Alter einfach zu ihrer Wirtschaft. Die Erinnerungen an ihre Freundinnen Anna Huxoll und Ette Scharnhorst sind besonders im Zusammenhang mit dem Gänseschlachten und –Rupfen noch sehr lebendig. In der Vorweihnachtszeit gab es regelmäßig die Schlacht- und Rupftage, denn Meta verkaufte ja auch ihre Gänse. Das waren Jahr für Jahr harte Stresstage. Erstaunlich war, dass sie selbst nie ein Tier geschlachtet hat, obwohl der Gänsebraten ihr Lieblingsessen lebenslang blieb. Dennoch war ihr Leben nicht nur Glück und Sonnenschein. Ihr Werner litt an einer chronischen Hauterkrankung. Mit der ihr eigenen Zähigkeit versuchte sie die Krankheit mindestens zu lindern. Alles wurde versucht und kein Arzt konnte helfen. Irgendjemand gab ihr die Adresse von Schäfer Ast aus der Lüneburger Heide. Noch während der Kriegszeit fuhr sie mit ihrem Werner nach Winsen an der Luhe zu Schäfer Ast. Schäfer Ast „besprach“ ihren Werner und sein Leiden linderte sich. In gewissen Abständen fuhr sie wieder dorthin.
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