|
Geschrieben von Uwe Peters
|
|
Montag, 10. Mai 2010 |
|
Seite 2 von 6
Liebe Familie Schütte, liebe Angehörige und Freunde des verstorbenen
Ludwig Robl
Wenn ein Mensch gestorben ist, ist das niemals ein isoliertes Ereignis. Die Psychologie definiert den Menschen als autonom und zugleich interdependent (Ruth Cohn). Das heißt in die allgemeine Sprache übersetzt: Wir sind immer ganz alleine und für uns selbst verantwortlich und zugleich ein Teil der Gemeinschaft, die wir uns in unserem Leben aufbauen.
Deshalb muss es in der Trauerfeier immer um den einzelnen und ganz individuellen Menschen gehen und zugleich muss den Menschen, mit denen der Verstorbene engere oder weitere Beziehungen hatte, die Chance gegeben werden, sich von ihm ordentlich zu verabschieden.
Das sind elementare Bedürfnisse in uns, die dann oft von Religionen und Ideologien über formt werden. Wir dürfen deshalb nicht die Form, die wechseln kann, mit dem Inhalt verwechseln, der seit Jahrtausenden immer der gleiche geblieben ist.
Abschied nehmen, sich auf das Leben des Verstorbenen besinnen und unter diesen – durch seinen Tod – neu geschaffenen Verhältnissen die Zukunft wiedergewinnen. Das ist hier und jetzt unsere Aufgabe.
Teil I: Hilfe für die Hinterbliebenen
Unser herkömmliches Denken in unserem Lande ist stark von den Erkenntnissen des Rene Descartes geprägt und gipfelt in dem Satz „Ich denke, also bin ich.“ Dieser Satz ist auch gleichzeitig die Grundlage seiner Metaphysik.
Die Metaphysik wurde von dem griechischen Philosophen Platon erfunden und ist eine spezielle Form der denkerischen Phantasie, welche als Krone des menschlichen Denkens galt und überwiegend auch heute noch so gesehen wird.
Diese denkerischen Phantasien erfordern eine spezielle Schulung und ein besonderes Training im Denken, welche nur für die wenigsten Zeitgenossen zugänglich ist.
Descartes hat dieses hoch spezialisierte Denken mit seinem Satz zum Maßstab für jeden Menschen gemacht und wer demnach diesen Maßstab nicht erfüllen kann, kann auch kein vollwertiger Mensch sein. Daraus hat sich dann im allgemeinen Bewusstsein so etwas wie eine Klassenteilung der Menschen entwickelt.
Menschen, die potentiell zur Metaphysik fähig sind, gehören in die Klasse eins und Menschen, die das potentiell nicht können, gehören in die Klasse zwei.
|
|
Letzte Aktualisierung ( Montag, 10. Mai 2010 )
|