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Geschrieben von Uwe Peters   
Montag, 10. Mai 2010
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Der Verstorbene orientierte sich aber an dem neuen Negus Negest (König der Könige) Haile Selassie I. und muckte auf.

Der Haile Selassie I. war ein kluger Mann und wusste Traditionen und Mythologien geschickt für sich zu nutzen. Er tat das, was seine kaiserlichen Vorfahren schon immer getan hatten und leitete seine Briefe und Anweisungen mit folgenden Worten ein: „Der Auserwählte Gottes und der siegreiche Löwe aus Juda …“

Die äthiopische Legende, die besonders von der christlichen (koptischen) Kirche aufrecht erhalten wird, behauptet, dass die Königin von Saba in der Zeit um 1000 vor Christus den jüdischen König Salomo besuchte und von ihm schwanger wurde. Ihren Sohn nannte sie Menekik. Dieser Menelik wurde 975 vor Christus erster Herrscher von Äthiopien. Von diesem Menelik I. stammen alle Könige und Kaiser Äthiopiens ab. Deshalb nannte sich Haile Selassie selbstverständlich wie seine Vorgänger der Löwe aus Juda!

Als dann 1000 Jahre später das Christentum aufkam, gab es drei christliche Zentren: Alexandria in Ägypten, Byzanz (heute Istanbul) und Rom. Die Gelehrtentradition in Rom beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit Machtfragen. Die Gelehrten in Byzanz beschäftigten sich überwiegend mit Fragen der Sprache (Logostheorien) und die gelehrten in Ägypten beschäftigten sich mit der Herkunft des Christentums, also mit Israel-Juda. Als es 451 zur ersten Kirchenspaltung kam, haben die Alexandriner einen eigenen Papst gewählt (heute: Shenouda III) und als es später zum Streit mit den Byzantinern kam, spalteten die sich auch ab mit ihrem eigenen Papst, der gleichberechtigt mit dem alexandriner und dem römischen Papst in der Kirchenhierarchie ist.

Ich wiederhole: Es gibt aktuell drei gleichberechtigte Päpste in der herkömmlichen Christenheit.

Die Alexandriner entwickelten das, was wir heute unter Koptische Christen verstehen. Sie haben die engsten Bindungen an Israel und beherbergen in ihren Kirchen und Klöstern mehrere Bundesladen. Die originale Bundeslade ist ein hölzener Kasten; den Mose in der Wüste erbauen ließ und in dem die steinernen Tafeln mit den zehn Geboten aufbewahrt werden. In Israel gingen sie mit der Zerstörung des ersten Tempels verloren, aber in einzelnen koptischen Klöstern soll sie streng bewacht noch heute vorhanden sein.
Die Kopten waren nie staatstragende Mehrheit und deshalb gab es bei ihnen niemals eine Judenverfolgung.

Genau das, was Sie jetzt denken und fühlen, hat der Verstorbene ebenso gedacht und gefühlt. Bloß weg aus diesen erstickenden religiösen Traditionen, die besonders von seiner älteren Schwester durchgesetzt wurde.

Er heuerte auf einen Schiff nach Italien an und kam mit einem anderen Schiff am 06. 09.1953 nach Bremerhaven.
In der Bundesrepublik bemühte er sich erfolgreich um Arbeit und Ausbildung, so dass er 1960 als Ing. Assistent bei dem berühmten Auflieger (Schiff außer Dienst) MS „Arosa Sun“ seinen Dienst tat. Diese Zeit war für ihn besonders wichtig; denn sein Schiff war ohne Landanschluss und deshalb erbat er sich die Benutzung der Sozialräume der Firma Becker-Einkauf, selbstverständlich nach Feierabend. Der zuständige Ansprechpartner war ein Herr Adolf Otto.

Natürlich ergaben sich Gespräche und nähere Kontakte. Der Verstorbene war ein gebildeter Mann mit Herz und wurde schnell ein besonders guter Freund den beiden Otto-Söhnen Hans-Joachim und Holger.

In dieser Zeit vertiefte sich auch die Freundschaft mit der Familie des RA und Notars Dr. Henning Hübner. Diese Freundschaft wurde so eng, dass er mir als vierter Sohn Hübners bezeichnet wurde.


Letzte Aktualisierung ( Montag, 10. Mai 2010 )
 
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