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Geschrieben von Uwe Peters   
Mittwoch, 25. April 2007
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Hannelore Temps
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Zum 01.01.1971 begann sie ihre Tätigkeit als Arzthelferin bei Dr. med. G. Kienzler in Darmstadt. Er war Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin.

Doch Ende des Jahres war sie wieder zurück in Bremerhaven.

Dr. med. Günter Krenz erzählte mir die Sache sehr genau: Er hatte in Schiffdorf seine Praxis eröffnet und arbeitete mit seiner Ehefrau, mit der Arzthelferin Helga von Heimburg und dem Lehrling Elke – jetzt verheiratete Hill - in der Praxis alleine.

 

Weil die Praxis neu eröffnet war, hatte er der Arzthelferin und dem Lehrling Urlaub gegeben, und wollte das mit seine Ehefrau alleine bewältigen.

Anfang November 1971 saß da ganz plötzlich eine junge und sehr zierliche Person im weißen Kittel in der Anmeldung. Durch ihre Freundin Helga von Heimburg hatte die Kleine erfahren, dass die Praxis im Aufbau war und weil sie einen Freund auf dem Schiffdorfer Damm schon aus ihrer Schulzeit hatte, wollte sie nun gerne hier bleiben und arbeiten.

Ich bin Arzthelferin, kann ich hier arbeiten?“ Dr. Krenz ließ sie arbeiten und als er sah, wie umsichtig und geschickt sie arbeitete, stellte er sie zum 15.11.1971 als Arzthelferin ein.

Dieses Arbeitsverhältnis hat ihr Tod nun für immer gekündigt.

Dr. Krenz hat mir viel davon erzählt, wie praktisch, ideenreich, zuverlässig und unermüdlich sie das Wohl der Praxis und der Patienten im Auge hatte. Sie lieferte immer einen voll verantwortungsbewussten Einsatz und fuhr auch schon extra zu den Patienten und kam auch extra in die Praxis für spezielle Fälle.

Alle Mitarbeiter der Praxis, die im Laufe der Jahre auf 5 Arzthelferinnen und zwei Lehrlingen und dem Einsatz der Eheleute Krenz ausgeweitet wurde, verstanden sich als eine große Familie. Das war ein Klima, in dem Hannelore zu voller Größe auflief.

Sie war eifrig an Weiterbildung interessiert und begann schon 1976 ihren ersten Kurs in der Manuellen Lymphdrainage in Heidelberg. Darauf aufbauend erwarb 1985 die Qualifikationen für die Berufe Heilmasseur und Heilbademeister. Den Saunameister hängte sie Ende 1985 beim Österreichischen Kneippärztebund noch an.

Ihre berufliche Kompetenz war weit überdurchschnittlich und als ich selbst im Februar 1988 meinen zweiten Herzinfarkt erlebt, war sie es, die mich unermüdlich und mit hoher Fachkenntnis vom Abgrund des Todes wegholte.

Doch zurück in die Zeit:

Am 02.09.1972 haben Hannelore und ihr erster Ehemann, der Kraftfahrzeugmechaniker Dieter Temps in Bremerhaven geheiratet.

Den Eheleuten wurden die beiden Söhne Christian (1977) und Andreas (1979) geboren.

Andreas ist zu Hause geboren und dies war für beide Eheleute gerade deshalb ein sehr einschneidendes Erlebnis.

Ihr Dieter und sie haben schwere Zeiten durchgemacht. Hannelore hat ihn besonders stark motiviert und unterstützt, so dass er seine Meisterprüfungen machte und endlich bei der Kreishandwerkerschaft einen relativ sicheren Arbeitsplatz bekommen konnte.

Das erste Haus ihrer Kindheit, in der Innstraße 4, wurde wieder zum Quartier für die ganze Familie. Und es wurde kräftig gebaut: Eine Waschküche kam hinzu, ein externen Schuppen und schließlich auch ein Wintergarten.

Hannelore zeichnete sich durch ausgefallenen und aufwändige Dekorationen zu den Siedlerfesten und allen anderen Feierlichkeiten aus. Kreativ etwas gestalten, mit den Händen etwas vollbringen – und sei es noch so schwierig, das war ein wesentlicher Teil ihres Lebens, auch wenn das bis weit über Mitternacht hinaus ging und sie an den Rand der Erschöpfung führte. Ihre Kreativität war grenzenlos und verbunden mit einem sehr guten ästhetischen Gefühl entstanden richtige Wunderwerke. 

Natürlich gehörte auch Bobby, die Hündin zur Familie und zu Hannelore.

Doch dann geschah das Unfassbare, am 07.04.1995 starb ihr Dieter an Lungenkrebs.

Sie war mit meiner Trauerrede für Dieter – im Gegensatz zu anderen – sehr zufrieden und als ich etwa 1 Jahr später einen Kursus für Selbsterfahrung anbot, überredeten ihre beiden Jungs sie, doch unbedingt den Kurs mit zu machen.

Darauf aufbauend suchte sie mich zu späteren Gesprächen auf, die durchaus einen allgemeinen Charakter hatten.

Ich war von meinem ersten unerkannten und unbehandelten Herzinfarkt sehr geschwächt und sie stand immer noch unter dem Schock von Dieters Tod.

So fanden wir zusammen und gaben uns gegenseitig neue Kraft, den Lebenskampf wieder mutvoll aufzunehmen. Sie lud mich ein, zu ihr zu ziehen. Der Umzug war mühevoll und das Haus platzte aus allen Nähten.

Ihre Devise war: Wir schaffen das schon!

Ende 1997 konnten wir mit dem Umzug in den Jierweg 18, nach Schiffdorf beginnen. Das Haus, welches Dr. Krenz an uns verkaufte, war schon lange ihr Traumhaus gewesen.



Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 20. April 2010 )
 
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