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Seite 7 von 7 Teil 3: Abschied Es ist Zeit, Abschied zu nehmen. Dazu ist es notwendig, dass wir alle unseren Frieden mit der Verstorbenen und ihrem Tod machen. Während Ihr das still bei Euch selbst tut, werde ich der Verstorbenen eine längere Geschichte aus dem Johannesevangelium widmen: Es bat ihn aber der Pharisäer einer, dass er mit ihm äße. Und er ging hinein in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tisch. Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, dass er zu Tische saß in des Pharisäers Haus, brachte sie ein Glas mit Salbe und trat hinten zu seinen Füßen und weinte und fing an seine Füße zu netzen mit Tränen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen und küsste seine Füße und salbte sie mit Salbe. Da aber das der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er sprach: Meister, sage an. Es hatte ein Gläubiger zwei Schuldner. Einer war schuldig fünfhundert Groschen, der andere fünfzig. Da sie nicht hatten zu bezahlen, schenkte er’s beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten Lieben? Simon antwortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht gerichtet. Und er wandte sich zu dem Weibe und sprach zu Simon: Siehest du dies Weib? Ich bin gekommen in dein Haus, du hast mir nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen; diese aber hat meine Füße mit Tränen genetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet. Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber, nachdem sie hergekommen bist, hat nicht abgelassen meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbt. Deshalb sage ich dir, ihr sind viele Sünden vergeben; denn sie hat viel geliebt. Welchem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. Dein Glaube hat dir geholfen. Gehe hin in Frieden. Johannes 7, 36 - 50 Wir hören jetzt ein Stück aus der russisch-orthodoxen Basilius-Liturgie. Diese Musik ist zum Pfingstfest in Jerusalem entstanden unter der Einwirkung des Heiligen Geistes. Basilius hat sie etwa 350 Jahre später in dieser Form zu Papier gebracht. Als ich nach Bremerhaven kam, war mein erster Freund in Bremerhaven, Alwin Himme, Prediger einer Freien Kirche, die zur Pfingstbewegung gehört. Er war der Bruder ihres Vaters Günter Himme. Ich selbst war vorher Prediger in der Pfingstbewegung. Mein Liebling, meine Hannelore ist am Pfingstmontag gestorben. Deshalb musste ich diesen Hymnus auswählen. Musik: Hymnus Wir verabschieden uns hier in der Kapelle von der Verstorbenen, weil sie eingeäschert werden soll: Hannelore Temps ist am 20.10.1949 geboren und am 16.05.2005 gestorben. Dietrich Bonhoeffer sagt: „Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude.“ Ruhe in Frieden. Heute Morgen wurde mir klar, dass ich Euch alle zur anschließenden Kaffeetafel in die „Geetkann“ am Schiffdorfer Damm einladen muss. Hannelore hat praktisch zum Geburtstag ihrer Mutter am 01. März das letzte Mal ordentlich gegessen. Sie ist u.a. praktisch verhungert. Essen und Trinken ist unsere Methode, den Tod hinaus zu schieben. Weil unser Motto heißt: Leben muss immer Vorrang haben, deshalb müssen wir essen und trinken. Das ist eine Demonstration unseres Lebenswillen angesichts des Todes von Hannelore.
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