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Seite 7 von 7  So gab es auch wenig aktive Verbindung zu seiner und zu Wilmas Familie. Die beiden waren mit niemand verzankt, das hätte zu seinem Persönlichkeitsbild nicht gepasst, sondern sie hatten nur keine Zeit für andere Menschen.
Als er 1976 in den wohlverdienten Ruhestand ging - und wieder bevor der Fischereihafen total zusammenbrach – wurde es ruhiger um die Eheleute. Die kommenden Jahre sind für ihre Familien und Freunde im Blick auf die beiden Eheleute einfach nur Kalenderjahre, die abgelaufen sind.
Erst als im Juli 2004 die zunehmende Hilfsbedürftigkeit der Eheleute durchsickerte, gab es für die Großnichte Anke Wellbrock und ihren Mann einen triftigen Grund sich einzumischen.
So etwas kann man nicht einfach tun, wenn die anderen nicht signalisieren, dass es ihnen lieb und angenehm wäre. Nachdem die neuerliche Kontaktaufnahme sehr positiv verlaufen ist, weil beide Eheleute volles Vertrauen entwickelten, konnte manches, was inzwischen sehr im Argen lag, aufgearbeitet und geregelt werden.
Und es konnte auch noch manches unternommen werden, was den Eheleuten Spaß machte. Zunächst konnten sie die Last ihres Hauses loswerden und zogen um ins Betreute Wohnen. Inzwischen ist es auch soweit, dass das alte Haus abgerissen wird und damit alles frei wird für neues Leben.
Und schließlich ist Herr Wellbrock am 23.05.2006 mit dem Verstorbenen nach Kuden gefahren um alte Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen. Auf dem Rückweg haben sie noch in Friedrichskoog die Robben-Aufzuchtstation besichtigt.
Es war wie eine Abschiedsfahrt aus dem L eben; denn auf dem Rückweg verließen ihn von Stunde zu Stunde sichtbar und erkennbar auch noch seine letzten Lebenskräfte.
Zum Ende seines Lebens musste er doch noch mal ins Krankenhaus und dort tat er am 11.06.2006 seinen letzten und ihn doch erlösenden Atemzug.
Er ist dort, wo es kein Leid mehr gibt.
Teil 3: Abschied
Wir müssen Abschied nehmen.
Dazu ist es notwendig, dass Sie Ihren Frieden mit dem Verstorbenen machen.
Das heißt, Sie willigen ein in sein Leben, so wie es war und in seinen Tod. Es ist alles in Ordnung so.
Während Sie das bei sich selbst entscheiden, werden ich dem Verstorbenen einen Text von Erich Fried widmen: Vielleicht
Erinnern
Das ist
Vielleicht
Die qualvollste Art
Des Vergessens
Und vielleicht
Die freundlichste Art
Der Linderung
Dieser Qual. Nachdem wir unseren letzten gemeinsamen Weg mit dem Verstorbenen gegangen sind, betten wir nun Heinrich Wiebalck, am 23.06.1914 geboren und am 11.06.2006 für immer von uns gegangen, zu seiner letzten Ruhe. Wir wollen nicht klagen, weil wir ihn verloren haben, sondern dankbar sein dafür, dass wir ihn unter uns hatten.
Ruhe in Frieden.
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