Sie sind hier

I, wie Images (Bilder)

Gespeichert von admin am/um 1. Oktober 2015

Wir unterscheiden Images (Bilder) von den Bildern. Bilder sind für uns konkrete Darstellungen auf einem Medium außerhalb unseres Gehirns.

Images sind nur Bilder innerhalb unseres Gehirns. Sie bedürfen keiner Vermittlung durch Sinnesorgane. Überwiegend bilden sie die äußeren und sichtbaren Welten nach, welche durch Sinnesorgane vermittelt wurden. Aber ebenso selbstverständlich sind völlig neue Kreationen im Konstruktionsbüro unserer Neuronen. Und selbst genetische Spuren aus der Anfangszeit der Menschen, ja so gar des Lebens, werden vervollständigt und mit aktuellen Bedeutungen aufgeladen.

Alles wird dem Hier und Jetzt unterworfen; denn Leben, welches aktuell lebt, muss immer Vorrang haben.

Während Platon einen wichtigen Zusammenhang zwischen Gedächtnis und Schrift festgestellt hat, haben die Römer nach ihm eher den Zusammenhang zwischen Gedächtnis und Bild betont. Sie haben die Images zu einem Subsystem der Rhetorik gemacht und damit eine Alternative zur Buchstabenschrift entwickelt.

Die Buchstabenschrift folgt einen System rationeller Nachvollziehbarkeit, während die Images zwischen den Antagonismen - eindrücklich oder blass - hin und her pendeln. Images sind in ihrer Eindruckskraft wirkmächtig und deshalb unvergesslich, oder sie sind blass und erreichen nicht die nächste Stunde.

In der römischen Gedächtniskunst wurde die Kunstfertigkeit der Rhetorik mit der Kraft und Wucht der Images aufgeladen. Dabei musste die Kunstfertigkeit immer die Stärke der Images beherrschen.

Wenn bei elohim.io die Geschichte und die Erinnerung lebendig bleiben soll, dann muss sie mit der Kraft der Images aufgeladen werden. Geschichte und Erinnerung brauchen konkrete, typische, starke und fesselnde Images.

abisz: