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S wie Sprache

Gespeichert von admin am/um 2. Oktober 2015

Die Sprache der Gewalt

Leibowitz schreibt: (Gespräche über Gott und die Welt, ISBN 3-458-33268-5, S. 76)

Was die Menschen einander Böses antun, kann keine Grundlage für ein Urteil sein. Aber das Christentum ist eine Misshandlung des Judentums durch die heidnische Welt, ohne jeden Bezug auf die Taten der Christen gegen die Juden; eine Vergewaltigung in terminologischer und ideologischer Hinsicht.

Sie meinen den Glauben an die Trinität?

Nein, ich meine die Aufhebung der Tora und der Mitzwot im Namen des Judentums. Das hat der Islam nicht gemacht. Der Islam akzeptiert sicherlich nicht unsere Tora und die Mitzwot, aber er verlangt auch nicht, dass Tora und Mitzwot im Judentum aufgehoben werden müssen, so wie es vom Christentum postuliert wird. Warum verachte ich das Christentum? Weil das Christentum es wagt, zu behaupten, der Tanach, die hebräische Bibel, sei ein christliches Buch…

…Ein Christ aber muss solange das Judentum noch existiert, merken, dass das Christentum Lüge ist. Damit aber darf er sich nicht abfinden.

Jan Assmann, Monotheismus und die Sprache der Gewalt

Der Anwendung physischer Gewalt – gleich ob sie auf individueller, kollektiver oder institutioneller Ebene geschieht – gehen Eskalationsprozesse in den Formen der Kommunikation und in der Sprache voraus. Individuen und Gruppen wurden vor ihrer Vernichtung zerniert, ausgegrenzt, ausgesondert, stigmatisiert. Wann immer in der Geschichte das Böse und seine Achsen auf den Begriff gebracht wurden, drohte auch physische Gewaltanwendung gegenüber Individuen und Gruppen.

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